Vom Schaukeln

Das Erstellen von Präsentationen jeglicher Art liegt bei mir eine Weile zurück, es müsste während meines Studiums gewesen sein, wenn ich nachrechne so vor etwa 35 Jahren. Damals hatten mein Mann und ich eine „intelligente“ Schreibmaschine mit kleinem Display, etwas später kauften wir unseren ersten Computer, einen Apple II plus, der zum Schreiben der Dissertation meines Göttergatten seinen ersten großen Auftritt hatte. Power Point erschien zwar erstmals 1987 für den Macintosh, doch schon bald darauf erwarb Microsoft den Entwickler und damit auch die Rechte an dem Programm. Seither ist Power Point ein Windows Feature und gehört zum großen Spektrum der in Microsoft Office enthaltenen Programme, ebenso wie das neue Sway. Power Point Präsentationen gehören zum Alltag von Schülern, Studenten und Vortragenden jeder Berufsgruppe – Hausfrauen, Mütter und Züchter von Galopprennpferden gehören allerdings nicht dazu, auch meine Welt der Schülerbüchereien war bisher erstaunlicherweise frei von der Notwendigkeit einer computergestützten Präsentation. Ich habe folglich noch nie eine Präsentation  mit Power Point oder sonst einem Programm erstellt…

Power Point werde ich dann einfach überspringen und sofort mit dem erst zwei Jahre alten Sway beginnen. Da Microsoft Office auf meinem Rechner vorinstalliert war, habe ich das Programm dort auch schon gesehen, aber geflissentlich ignoriert („to sway“ war mir bisher nur vom Tanzen her ein Begriff). Nun werde ich mich ein wenig damit beschäftigen, anmelden muss ich mich ja nicht, also mal sehen, was dabei herauskommt. Let’s sway!

Galopp
Nirgendwo empfindet  man den „Sway“ so schön wie auf den Pferd. Der Galopp ist die schönste und (nicht nur) für den Reiter angenehmste Art der Fortbewegung. Vom angenehm wiegenden Schaukeln…
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Von guten (Pferde-)Büchern…

Ich kaufe schon jahrelang Jugendbücher für Schülerbüchereien an weiterführenden Schulen ein. Für die Mädels in der Schülerschaft gerne auch Pferdebücher, hier in der „Stadt des Pferdes“ ohnehin ein Muss. Etwa genauso lang schreibt Nele Neuhaus Bücher, ordentliche Krimis aus meiner Heimat mit Lokalbezug, voller Spannung, lebensnah und humorvoll. Mit der Reihe „Elena – ein Leben für Pferde“ trat Nele Neuhaus dann auch in den Kreis der beachtenswerten Jugendbuchautor/innen. Für viele Schriftsteller/innen kein einfacher Schritt, doch ihr gelang es, spannende Geschichten mit starken Figuren zu schaffen, die einerseits aufregende Abenteuer und große Gefühle erleben, andererseits aber Jugendliche sind, denen man tatsächlich begegnen könnte, nicht nur auf Turnieren und in Reitställen, sondern auch in der Schule, in der Disco oder einfach auf der Straße. Was mir als gebürtiger Frankfurterin, die selbst als aktive Reiterin an Turnieren im Großraum Frankfurt teilgenommen hat, natürlich besonders gut gefällt, sind die guten Schilderungen der Abläufe in einem großen Reitstall, der Reitstunden, des Trainings und der Turniere sowie die sachlich richtigen Beschreibungen aller Details rund ums Pferd. Die für Jugendbücher sehr realistischen Bilder des Lebens mit Pferden, die die anstrengende Arbeit und die notwendige Hingabe an Tier und Beruf(ung) nicht verniedlichen, sondern echt und wirklichkeitsnah darstellen, sprechen ebenfalls für das erzählerische Talent von Nele Neuhaus.

„Elena – Eine falsche Fährte“ ist das sechste Buch der Reihe, das mit der viel diskutierten Problematik der Rückkehr der Wölfe ein aktuelles Thema aufgreift, sich wie ein Krimi liest und zugleich ein Lehrstück in der Überwindung von vorschnellen Urteilen ist. Letztendlich ist es ein Leitmotiv dieser Reihe, Vorurteile hinter sich zu lassen und jedem eine zweite Chance zuzugestehen ohne sich selbst und die eigene Integrität aufzugeben.

Fazit: Eine sehr empfehlenswerte Jugendbuchreihe nicht nur für Reiter(innen)