Vom zusammen Lesen

Zusammen ist man weniger allein. Lesen kann man alleine, im Sitzsack hinter der Ecke des Schranks, kuschelig im Bett oder stilvoll im Ohrensessel, man kann seine Leseerlebnisse teilen, indem man Abschnitte oder ganze Bücher anderen vorliest, man kann sich auch zusammensetzen und über das Gelesene diskutieren. Gerade sitzen in der Leseecke der Schülerbücherei 14 FünftklässlerInnen mit einer buntgemischten Literaturauswahl von „Gregs Tagebuch“ über „Lotta Leben“, „Schülerwitze“, „Dein Spiegel“, dem „Guinness Buch der Rekorde“, „Die Gletschermumie“, „Voll eklig!“ bis zu „Was Jungs wissen wollen“. Gelächter, Getuschel, Diskussionen, ein bisschen lautstark ab und zu, das macht aber momentan nichts, es sind keine Schüler mit Lernaufträgen da.

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Die „Social Reading-Plattform der Schülerbücherei, beim Ertönen des Schulgongs hastig verlassen…

Ein anderes Beispiel ist der Tolkien Lesetag , der jedes Jahr am 25. März, dem Jahrestag des Sturzes von Sauron und nach Erlass des Königs Elessar Erster Tag des Neuen Jahres, stattfindet. Hier treffen sich Freunde der Werke von J.R.R. Tolkien an verschiedenen Orten zum gemeinsamen Lesen. So geht „social reading“! Das „social reading“ im Internet ist dagegen eine – zumindest physisch – einsame Angelegenheit. Auch wenn man sich über Bücher austauscht und Empfehlungen bekommt, es ist doch etwas ganz anderes, wenn man über Bücher reden kann, anstatt darüber zu schreiben und zu lesen.

Nichts desto weniger ist Goodreads eine Plattform, auf der man stundenlang den gewundenen Pfaden des Algorithmus folgen kann. Angemeldet und vier verschiedene Genres eingegeben, die meinem persönlichen Geschmack und meinen Aufgaben in den Schülerbüchereien unserer Stadt entsprechen. Die Bewertung einiger der mir bekannten vorgeschlagenen Bücher führte zu immer neuen Vorschlägen. So führte im Genre Fantasy (!) die positive Bewertung von Terry Pratchetts „Mort“ (deutscher Titel „Gevatter Tod“) zu den „131/2 Leben des Käpt’n Blaubär“ von Walter Moers, dies wiederum zu den „Känguru-Chroniken“ von Marc-Uwe Kling, dann über „Maria, ihm schmeckt’s nicht!“ von Jan Weiler zu Hape Kerkelings „Ich bin dann mal weg“, um schließlich nach einem Abstecher bei Bastian Sick („Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“) bei „Verbrechen“ von Ferdinand von Schirach zu landen. Witzig! Alle diese großartigen Bücher habe ich mit Freude gelesen, nun war ich doch sehr gespannt auf die Vorschläge, die mir Goodreads nun machen würde! Und da waren sie, die Top 5 Lesevorschläge aus dem Genre Fantasy: Brian Sanderson „Elantris“, Michael Ende „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“, Joe Abercrombie „The Blade itself“ (deutsch „Kriegsklingen“), Mary E. Pearson „The Kiss of Deception“ („Der Kuss der Lüge“) und – ta daaah! – Otfried Preußler „Der kleine Wassermann“. Was halte ich nun von diesen Vorschlägen? Eigentlich ganz witzig. Das „Goodreads“ englischsprachig ist, stört mich nun nicht, da ich selbst Bücher lieber im Original lese als in der (manchmal grausam schlechten bzw. gleichgültigen) Übersetzung. Die Verknüpfung mit Amazon stört mich jetzt auch nicht so, da man ja weiß, mit wem man es zu tun hat –

qualityland1 „The Shop“ gehört zum täglichen Leben schon fast dazu, der Algorithmus beginnt, uns komplett zu entschlüsseln, wir sind vom Qualityland zwar noch ein wenig entfernt, aber auf dem besten/schlechtesten Weg dahin. Ironie: Die Känguru-Chroniken des „Qualityland“-Autors Marc-Uwe Kling wurden mir ja auch vorgeschlagen…

Nach der Anmeldung bei „Lovelybooks“ wurde ich binnen eines Tages gleich von zwei Autoren angeschrieben, die ihre neuesten Werke bekannt machen wollten. Überhaupt sind Autoren sehr präsent, ich erwähne nur die Leserunden und die spezielle Rubrik „Autoren“. Bei einem Blick auf die meistgelesenen Autoren fällt auf, dass unter den ersten 12 genannten 7 Damen sind, die eher Junge Erwachsene, weiblich, als Zielgruppe haben. Sehr nett finde ich die Idee des Literatursalons, allerdings fürchte ich, dass es mir hier für eine Beteiligung an Zeit und Konstanz fehlt. Insgesamt eine Plattform, die die Nutzer direkt anspricht und zum Mitmachen anregt, aber eigentlich in ihrer unterschwelligen Aufdringlichkeit nicht mein Ding ist, für mich ist da Goodreads passender.

Was ich von Sobooks halten soll, ist mir noch nicht ganz klar. Sehr trocken, viele Sachbücher, die gemeinfreien Klassiker sind ja ganz schön, erinnern mich jetzt aber ganz stark an die Schule, an den anderen vorgestellten Büchern klebt überall gleich ein Preisschild, die Leser, die dort Kommentare hinterlassen, scheinen doch eher der leserischen Elite anzugehören. Kein Portal für den schlichten Feld-, Wald- und Wiesenleser.

Für die Büchereien bieten die Portale Goodreads und Lovelybooks sicher die Gelegenheit, einmal vor dem Einkauf das Ohr an den Puls der großen Lesewelt dort draußen zu legen, um Entwicklungen in Leseverhalten und Vorlieben des Lesevolks nicht zu verpassen.

Titelbild: „Reading together“ von Stuart Rankin ( Internet Archive Book Images Photostream on Flickr CC BY-NC 2.0)

Vom Vogel Strauß

Sieben Wochen! SIEBEN WOCHEN!!! So lange habe ich den Kopf in den Sand gesteckt und so getan, als wäre ich nicht da! Aber warum? Das Schreiben von Blogbeiträgen hatte mir doch immer Spaß gemacht, das Eintauchen in die unbekannten Weiten der digitalen Welt meinen Forschergeist gereizt… Es war, rückblickend gesehen, das Übermaß an Bildern, das zuviel an Information, das mich in die Defensive gedrängt hat. Noch mehr Plattformen, auf denen in schneller Folge Neuigkeiten, Meinungen, Infos und Bilder, Bilder und noch mehr Bilder der Öffentlichkeit präsentiert werden, immer nur einen Hauch anders und sich nur ein klein wenig in der Zielgruppe, dem Aufbau oder der Intention unterscheidend. Informationen, die sich mir ungewollt und häufig überraschend aufdrängen, Meinungen, die mich nicht interessieren, Bilder, die fremde Menschen von fremden Dingen, fremden Tieren, fremden Landschaften, fremden Städten gemacht haben, schöne Bilder, hässliche Bilder, interessante Bilder, langweilige Bilder, „doofe“ Bilder, belanglose Bilder, auch eindrucksvolle, ja phantastische Bilder, aber immer nur Bilder, Abbilder dessen, was man sieht, wenn man den Kopf hebt, wenn man offenen Auges durch die Welt geht, wenn man sich nicht vom Digitalen gefangen nehmen lässt und geblendet vom Schein der social media durch die Straßen taumelt, seine Umwelt nur noch auf dem Display des Smartphones wahrnimmt. Und so bin ich abgetaucht, nein, nicht ab-, aufgetaucht aus der Scheinwelt, zurück ins Leben, das „real life“, Familie, Tiere, Schüler, Bücher, Garten (hier war im April ein Großprojekt im Gange),

Freunde, Kochen, Spiele und so vieles mehr, das man nur mit erhobenem Kopf und offenen Augen sehen und (er)leben kann. Dies schildere ich so ausführlich, weil ich ja diesen gesamten Kurs in meiner Freizeit absolviere, was den großen Vorteil hat, dass ich sämtliche Seiten und Plattformen, sofern gratis nutzbar, aufrufen und erforschen kann, dafür aber den Nachteil, dass es halt meine freie Zeit ist, in der eben auch das Leben stattfindet.

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Auf Pinterest ist meine Tochter schon recht lange unterwegs, vor allem in Sachen Kunst kann man da herrlich herumstöbern und wunderbare Dinge entdecken. Wer sich für Streetart interessiert und etwas für Bücherregale übrig hat (wer nicht?), sollte sich einmal diese Fassade eines Hauses in Amsterdam ansehen. Für Hobbykünstler und Selbermacher ergibt ich hier eine gute Gelegenheit, für die eigenen Schöpfungen zu werben und sie mit einem Link zu Etsy, Dawanda und Co. an den geneigten Kunden zu bringen. Als Fotoplattform ist Pinterest natürlich auch sehr gut zu gebrauchen, hier wird man allerdings von der schieren Menge an ähnlichen Bildern erschlagen. Windhunde im Allgemeinen und Galgos im Besonderen findet man natürlich auch zuhauf und wer seinem verfrorenen Windhündchen ein Mäntelchen nähen will, kommt hier  auf seine Kosten. Sogar nach Büchern kann man gut stöbern und Vorschläge sammeln (Bücher). Insgesamt sehr übersichtlich, unglaublich ergiebig und recht vielseitig nutzbar, zum Beispiel als (geheime) Pinnwand für Fotos aus dem Urlaub, die man Familie und Freunden zeigen will. Und weil wir es interessant ist, zu sehen, was andere Büchereien so machen, werde ich der Stadtbibliothek Dorsten und der Bücherei St. Lamberti Ochtrup folgen…

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CC BY-NC-ND 2.0 IMG_0201 by_ H. Wechsler _ Flickr_files

 

Flickr ist dagegen ein riesiges Archiv, in dem man sich problemlos verirren kann. In den Seiten und Streams steckt viel, viel Arbeit und jede Menge Herzblut, die Großprojekte der Library of Congress oder der Commons sind unglaublich und, wenn tatsächlich viele Interessierte mitarbeiten, geschichtlich einfach unbezahlbar. Die Seite der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken und der Fotopool der Bibliotheken in NRW ist natürlich sehr schön informativ und anschaulich. Für mich persönlich erschließt sich die Nutzbarkeit  (noch) nicht außer als Bildquelle. Aber da es auch Galgos auf Flickr gibt, kann es nicht so schlecht sein…

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CC BY-NC-ND 2.0 by lucathegalga

Das Titelbild ist übrigens auch auf Flickr unter einer Creative Commons Lizenz veröffentlicht: CC BY-ND 2.0 DSC_5801 by Christoph Borer.

 

Von Annahmen…

Zunächst die Realität: Die Stelle, die ich in unserer kleinen Stadt seit 9 Jahren innehabe, ist die einer „schulbibliothekarischen Servicekraft“, das heißt, meine Arbeitszeit teilt sich auf die weiterführenden Schulen in städtischer Hand auf, die alle schöne Schülerbüchereien, Selbstlernzentren oder Mediotheken besitzen. Wenn ich dort eine Veranstaltung, z. B. eine Klassenführung, durchführe, einen Vorlesewettbewerb oder eine Autorenbegegnung planerisch mitgestalte, so geschieht die Terminfindung im persönlichen Gespräch und mit Blick auf den Klausurenplan, den Einsatzplan der betroffenen Lehrer, gegebenenfalls den Raumplan und natürlich den generellen Terminkalender der jeweiligen Schule. Die etwa 20 ehrenamtlichen „Büchereimütter“, die ich betreue, lade ich ausnahmslos persönlich per Email oder Telefon zu Veranstaltungen ein, soviel Zeit muss sein, das bin ich unseren wertvollen Helfern allemal schuldig.

Wie dann die Veranstaltung bei den jugendlichen Teilnehmern ankommt, sehe ich an ihren Gesichtern und den Äußerungen dazu – das Publikum ist meist recht lautstark und weiß, was ihm gefällt und was nicht. Die Evaluation ist so ziemlich einfach. Zu einem abschließenden Bericht über die Veranstaltung, seiner Veröffentlichung auf der Homepage der jeweiligen Schule oder in der Presse gehören natürlich auch Bilder. Hier greift die restriktive Politik der Schule, die bereits bei der Einschulung von allen Schülern und deren Eltern erfragt, ob Fotos, auf denen das Kind im Speziellen zu sehen ist, veröffentlicht werden dürfen und wenn ja, ob mit Namensnennung oder nicht. Die Fotos machen befugte Personen meist mit den schuleigenen Kameras, vor der Veröffentlichung werden die Bilder von der Schulleitung überprüft.

Und nun die Hypothese: Nehmen wir an, ich müsste eine Veranstaltung, in diesem Fall (typisch westfälisch) ein Kaffeetrinken, planen, zu der ich viele verschiedene Personen einladen und dazu terminlich unter einen Hut bringen müsste, so könnte ich dies selbstverständlich mittels eines Dienstes wie Doodle tun oder auch den terminplaner.nrw benutzen. Angenommen, es wurde ein gemeinsamer Termin ermittelt und eine Veranstaltung durchgeführt, zu der viele Menschen gekommen sind, wäre es sicher hilfreich, herauszufinden, wie die Veranstaltung aufgenommen wurde. Ich könnte an den Ausgängen Helfer mit Fragebögen postieren und direkt die Meinung der Teilnehmer erfragen,

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ich könnte aber auch beispielsweise sli.do verwenden, um ein Feedback zur Veranstaltung zu erhalten, was aber seitens des Publikums den Willen zum Tätigwerden und ein Smartphone erfordert, um mittels eines Codes (hier #R971) an der Umfrage teilzunehmen. Nehmen wir weiterhin an, wir möchten einen Beitrag über die Veranstaltung, ob im Vorfeld oder im Nachgang, veröffentlichen, auf der Homepage, bei Facebook oder in der Presse, so sollten wir nur eigene Fotos verwenden und hierbei die Rechte der Fotografierten an ihrem Bild schützen. Angenommen, wir wollen „fremde“

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CC-BY-SA by Fachstelle für öffentliche Bibliotheken

Bilder verwenden, so würde es sich lohnen, sich vorher mit der Frage des Bild- und Fotorechts auseinandergesetzt zu haben und entweder Bilder mit einer CC-Lizenz  zu verwenden oder den Rechteinhaber zuvor um seine Einwilligung in die Nutzung zu bitten und es dann unter Angabe des Lizenzinhabers zu veröffentlichen.

Da dies alles sehr nützliche Dienste sind und ich wertvolles Wissen über Bildrechte erworben habe, nehme ich an, dass ich mir merken sollte, wo ich all das nachlesen kann, falls ich einmal in die Verlegenheit komme, eine Veranstaltung zu planen, zu bewerben und zu evaluieren. Getreu meinem Motto: „Man muss nur wissen, wo es steht…“.

 

 

 

Von Wolken

Wolken verhüllen unseren Himmel, sie bedrohen uns mit Regen und Sturm, lassen uns keine Sonne sehen. Nur in wenigen Stunden konnten seit November Sonnenstrahlen die dicken Wolkengebirge durchdringen. Mit dem trübgrauen Licht werden auch unsere Gedanken immer trübsinniger, die gute Laune verblasst ins Schaudergrau, noch nicht einmal unsere Hunde wollen mehr herumflitzen, ihre Akkus sind leer,  Galgos laufen nun mal mit Sonnenenergie. Auch die Solarmodule auf den Dächern liefern immer weniger Strom, wegen der bleigrauen Wolken ist keine Sonne da, deren Licht sie in elektrische Energie umwandeln könnten.

Genau der richtige Zeitpunkt, um sich mit der energieintensivsten Art der Speicherung von Daten zu beschäftigen, der Cloud… Die riesigen Serverfarmen, die für die vielen Cloud-Anbieter die Daten speichern, verbrauchen nämlich Energie, mehr Energie als Deutschland. Laut einer Greenpeace-Studie verbrauchte das Cloudcomputing  nämlich  bereits im Jahr 2012 unglaubliche 623.000.000.000 KWh pro Jahr, die Summe aller Cloud-Rechenzentren käme weltweit auf Platz 5 der Länder mit dem höchsten Energieverbrauch, hinter den USA, China, Russland und Japan, aber vor Indien und Deutschland.

Cloud-Computing (1)

Und Wolken sind auch nicht sicher, es gibt nicht nur gut behütete Schäfchenwolken (z.B. Private Clouds), sondern auch wilde, unberechenbare Riesenwolken, sozusagen public clouds, in deren Innern nicht nur gute Hirten, sondern auch böse Räuber hausen, die das zu beschützende Innere nach außen stülpen.

Wolke

 

Bei allen Bedenken, die wir haben, wenn wir die Wolken am Himmel sehen, ohne sie kommen wir nicht aus, weder im real life draußen in der Natur, als auch im digitalen Leben, da an vielen Stellen unsere Daten in der Cloud landen, auch, wenn wir sie nicht aktiv dorthin verschieben. Wie kommt es, dass wir unsere Emaildaten von jedem Gerät abrufen können? Cloud. Wo landet das Video, das wir bei You Tube hochladen? In der Cloud. Wo ist die schöne Infografik gespeichert, die wir uns bei Flickr ansehen? In der Cloud. Wir kaufen uns ein neues Smartphone, was erwerben wir gleich zusammen mit dem Betriebssystem? Die Android-, iOS-, Windows-Cloud. Was ist das Fazit? Auch wenn wir die Wolken nicht mögen, ohne sie geht es nicht, wir müssen sie nur im Auge behalten und aufpassen, dass uns nicht eines Tages der Blitz erschlägt.

Übrigens ein kleines Paradoxon zum Schluss: Den Beitrag „Mein Büro im Netz“ habe ich aus der Dropbox heruntergeladen – und gespeichert auf One Drive BamBamBaaammmm…

Vom Krank sein…

Krank sein ist immer doof. Krank sein, wenn Ferien sind und die Weihnachtsfeiertage ins Haus stehen, ist besonders doof. Krank sein, wenn man Gäste eingeladen hat, Kinder und Enkel kommen und „Frohes Fest“ auf dem Programm steht, ist ganz, ganz besonders doof. Nichts macht Spaß, das Essen schmeckt nicht, der Wein ist bitter, die Filme sind zu laut, beim Lesen brennen die Augen und fallen zu… Auch die Kolleginnen in der Stadtbücherei muss man zwischen den Jahren hängen lassen und sich krank melden. Und wenn man sich dann erholt hat, wieder riechen, schmecken, denken kann, Gäste eingeladen hat, Silvester und Neujahr ins Haus stehen, ist der Göttergatte krank. Richtig krank, so krank, wie nur Männer sein können. Also Gäste wieder ausgeladen, und auf das „Gute Neue Jahr“ nur mit dem halblebigen Göttergatten angestoßen. Die Wünsche fokussieren sich auf „Gesundheit“, denn Gesundheit ist zwar nicht alles, aber ohne Gesundheit ist nun einmal Alles Nichts…

Das Neue Jahr zeigt dann, das nicht nur die Menschen wenig gut drauf sind, auch der zuverlässige, leistungsstarke PC schwächelt irgendwie. Vor den Feiertagen hatte uns die Dauerbaustelle an der Straße um die Ecke immer wieder Ausfälle von Telefonie und Internet beschert, jetzt wird dort aber gar nicht gebaggert und gerüttelt. War es vielleicht der Jahreswechsel, der die Programme durcheinander gebracht hat?

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Hat das Virenschutzprogramm die Software zerschossen? Sind irgendwelche Updates schuld daran, dass einiges anders ist als vor den Weihnachtsfeiertagen? Ja, tatsächlich – vor den Weihnachtsfeiertagen! Denn so lange hatte mein Raubtier auf dem Schreibtisch krankheits- und festbedingt Ruhe. Als Erstes stelle ich fest, dass alle auf Feedly gespeicherten Feeds weg sind. Hmm, blöd, aber war da nicht eine Änderung angekündigt gewesen? Oder hat der Cleaner zu gut geputzt und auch das Feedly-Konto gereinigt? Als Nächstes kommt es richtig dicke. Bei Keeeb kann ich mich gar nicht mehr anmelden. Bei jedem Versuch lande ich nur wieder in der Anmeldemaske. Mist. Eigentlich fand ich Keeeb ganz gut, eine schöne, ordentliche persönliche Sammelkiste, in der ich in der letzten Woche vor den Ferien schon ein paar nette Seiten und interessante Schnipsel über meine ehemalige Profession, die Zucht von Galopprennpferden, gesammelt hatte. Der Start mit dem neuen, mir vorher absolut unbekannten Dienst hatte nämlich gut geklappt, die Anmeldung und Erweiterung des Browsers um den Keeeb Button war recht einfach gewesen – und nun das!

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Tief durchatmen, den knurrenden schwarzen Kasten runter fahren und ins Bett gehen mit dem Gedanken  „Wenn das Raubtier am Montag immer noch die Zusammenarbeit verweigert, kratzt und beißt, dann muss professionelle Hilfe her. Ich kann jetzt nichts mehr machen.“

Heute Abend nun mit einem Glas Gemüsesaft und ein paar letzten Plätzchen an den Schreibtisch geschlichen. Vorsorglich den Router einmal neu gestartet, dann das Raubtier zum Leben erweckt. Vvvrrrauuuuu. Tätschel, tätschel.  Braver Rechner, schön, dass du wieder zufrieden schnurrst. Und tatsächlich, alles am Platz, auch die Anmeldung auf Keeeb möglich, nur die Inhalte des Feedly-Accounts bleiben verschollen. Puuh. Ein paar Stunden später widme ich mich ihm doch noch einmal und siehe da, selbst die abonnierten RSS-Feeds sind wieder da. Offensichtlich hatte das Raubtier nur eine vorübergehende Schwächephase – genau wie seine Herrin.

Ach, auch dem Göttergatten geht es wieder besser. Na ja, die Ferien sind jetzt ja auch vorbei…

Vom Informations(über?)fluss

Die Hinweise auf RSS-Feeds hatte ich schon einige Male gesehen, aber immer ignoriert mit der kleinen Stimme im Hinterkopf „Öhm, was ist das? Hmm, keine Ahnung, scheine ich nicht zu brauchen, übersehen, vergessen…“. Jetzt habe ich mich aktiv damit beschäftigt, eine genauere Erklärung der Funktion und der nötigen Werkzeuge auf einschlägigen Seiten gelesen und mit „Feedly“ einen gängigen Feedreader herunter geladen. Feedly Dann kam der nächste Punkt: mit was lasse ich mich füttern, welche Informationen sind für mich interessant, was habe ich für Optionen. Na gut, es gibt einige Bibliotheksfeeds, durch die ich nun beispielsweise erfahren habe, dass ich jetzt den Reisekostenzuschuss für den IFLA-Weltkongress in Kuala Lumpur beantragen soll. Die Nachrichten aus der Stadtbücherei Köln hatten mich schon auf anderen Wegen der Sozialen Netze erreicht, was die Fachstelle so bewegt, hatte ich auch schon gelesen. Nett ist der Feed der Library Mistress und der Lesewolke. Die Anzahl der Follower dieser Feeds ist mit 75 bis 236 doch eher überschaubar, die Anzahl der Feeds pro Woche auch.

 

So weit, so gut – es muss mehr geben! Also: Spiegel online versorgt die Netzwelt mit unglaublich vielen verschiedenen Feeds mit bis zu 95000 Abonnenten und 664 Feeds pro Woche. Hier habe ich mir „Kultur“ und „Leben und Lernen“ herausgesucht, die überschaubar und interessant sind. So interessant, dass ich nach dem Lesen eines Weihnachts-CD-Feeds gleich das ganze Haus mit Tarja Turunens gruselig-nebliger Version von „O Tannenbaum“ beschallt habe – phantastisch! „From Spirits and Ghosts“ ist auf jeden Fall ein Geschenk (nicht nur) für mein Töchterlein!

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Regional – aus Warendorfer Sicht – betrachtet boten mir erst einmal nur die WN (Westfälische Nachrichten) und die Warendorfer Polizei einen RSS-Feed an, okay, auch nicht uninteressant, heute schon die Zeitungsmeldungen von morgen zu lesen… Leider scheint sich das noch nicht herumgesprochen zu haben, denn 22 und 37 Follower wirken doch ein bisschen armselig.

Aus der Ecke des Klatsch-, Glamour-, Fußball-  und sonstigem Sensations“journalismus“ gibt es natürlich eine Flut von Quellen, die die Welt geradezu mit Feeds überschwemmen. Für mich tun es Zeitungen wie die Süddeutsche oder die Zeit , für den Spaß der Postillon , den man ja von Facebook oder Twitter kennt.

Mir hat sich da eine ganz spannende Seite der Informationsbeschaffung aufgetan, die ich erst einmal weiter beobachten werde. Feedly kann ich von jedem PC abrufen, es gibt auch eine App, die ich aber noch nicht ausprobiert habe – mein Handy bombadiert mich ohnehin seit Beginn unseres Kurses zum Amüsement meiner Familie mit „Kling!“, „Bimmel!“, „Tataa!“, „Bing! Brumm!“, mehr brauche ich da gerade nicht. feedlyseiteDie von mir besuchten Internetseiten werde ich nun auf das RSS-Symbol absuchen, heute bin ich so ganz spontan noch nicht fündig geworden. Für Büchereien halte ich RSS-Feeds für sinnvoll. Hinweise auf Neuanschaffungen, Schließtage, Veranstaltungen kommen den Lesern/Abonnenten unaufdringlich ins Haus, ein Link auf der Homepage, die ja doch viel häufiger als beispielsweise die Facebookseite besucht wird, würde sich wahrscheinlich lohnen. Von der Netvibes-Seite der Dubliner Büchereien war ich sehr beeindruckt, aber so umfassend und mit einer geradezu überwältigenden Menge an Links ausgestattet muss es ja für eine Kleinstadtbücherei nicht sofort sein.

 

Von Hashtags

Ich muss sagen, im Rahmen unseres Kurses habe ich Instagram erst „entdeckt“. Bilder, quadratisch, in Massen gepostet, von Allem und Jedem. Seltsam, dachte ich. Aber bei näherer Betrachtung habe ich festgestellt, dass die 10 Millionen User in Deutschland gar nicht so unrecht haben. Instagram hat was! Sich ein bisschen dahintreiben lassen von hier nach da und Bilder gucken – schööön! Natürlich nur zu Themen, die mich interessieren. Und natürlich am liebsten schöne Bilder, mit Liebe und Verstand gemacht, nicht einfach so dahergeknipst und dahingepostet. Irgendwann auch selbst Bilder posten, oh ja! Wenn da nicht die Sache mit den #Hashtags wäre! Wie finde ich die „richtigen“? Nun, von diesen Rautendingern hatte ich keine Ahnung. Wo haben die Leute nur immer die Begriffe her? Nun #throwbackthursday oder #flashbackfriday kannte ich schon aus den Facebookseiten und Blogs, denen ich folge. Unsere #bibreise bietet schöne Einblicke in Büchereien, #Lampenmittwoch erschließt sich von selbst, #TreppenhauswasweißichfüreinTag ist ja auch noch nachzuvollziehen, aber sonst?

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Das ging so nicht weiter, deshalb habe ich mir im Netz „professionelle“ Hilfe gesucht und will nun meine Erkenntnisse in Sachen # gerne weitergeben, schön sortiert nach Sachgebieten, damit jeder etwas findet:

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Helfer in Sachen Instagram und Hashtags waren übrigens: Anne Häusler , Hootsuite und Sonne&Wolken . Leben heißt Lernen und wer so wie ich nicht mehr ganz jung ist, der braucht zur Weiterentwicklung hier und da einen Schubs und Menschen, die ihn anleiten, egal ob er sie im real life oder im Netz findet. Da muss ich unserer Kollegin Princessave aus Wuppertal zustimmen:

„Das Leben gehört dem Lebendigen an und wer lebt, muss auf Wechsel gefasst sein.“ (Johann Wolfgang von Goethe, Dichterfürst, Weimar – da war doch was… )

 

Von Büchereien auf Facebook

Einen Facebookaccount habe ich schon seit etwa fünf Jahren, es ist für mich eine Möglichkeit, den Galopprennsport weltweit zu verfolgen oder die Seiten von Interessenverbänden im Auge zu behalten, mich über die „tierischen Spinnereien“ meiner Schwägerin zu amüsieren oder in verschiedenen Gruppen mitzudiskutieren. Auch an Auktionen habe ich mich auf Facebook schon beteiligt oder Hundemäntel bestellt. Natürlich folge ich auch den Aktivitäten der Fachstelle , der Bücherschubsen oder der Münsterländer Bibliothekshelden (hey, sind wir das nicht alle?).

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Aber nun zu meiner Einschätzung der Auftritte von Öffentlichen Büchereien bei Facebook. Gehen wir einmal der Größe der Städte nach vor… Die Büchereien Wien  sind natürlich unglaublich, Wien hat knapp 2 Millionen Einwohner, die Bücherei hat 39 Filialen mit 1,4 Millionen Medien, wundert es da, dass ihre Seite 63000 Abonnenten hat und auf Facebook jeder Beitrag zwischen 200 und 900 Likes bekommt? Eigentlich nicht, zumal die täglichen (!) Postings originell, witzig und prägnant im Stil von Tweets geschrieben sind. Es gibt natürlich viele Veranstaltungshinweise (wie bei allen von mir besuchten Bibliotheksseiten) und Berichte, aber eigentlich besticht die Seite hauptsächlich durch den persönlichen „Touch“. Die Münchner Stadtbibliothek ist ebenfalls aktiv bei Facebook. Bei einer Stadt von 1,5 Millionen Einwohnern kommt sie aber gerade mal auf ein Zehntel der Follower wie Wien. Hier überwiegen die trockenen „Schau‘ mal, was wir hier für tolle Veranstaltungen haben“ Postings, die Likes halten sich in Grenzen und dümpeln in Kleinstadtniveau (5 bis 20). In Köln sieht das ganz anders aus. 1 Million Einwohner, aber nur 4100 Abonnenten sieht zwar etwas schwach aus, aber auf der Facebookseite Stadtbibliothek Köln ist richtig was los. Lebhafte Beiträge, lustige Kurzmeldungen, sogar die Hinweise und Berichte zu Veranstaltungen bringen erheblich mehr Likes. Da ich ja aus Frankfurt am Main stamme und ich während meiner Schulzeit immer einen Leseausweis hatte, ist jetzt die Stadtbücherei Frankfurt an der Reihe. Frankfurt hat knapp über 700000 Einwohner, die Facebookseite der Stadtbücherei 2400 Follower, eigentlich nicht besonders viel. Ansonsten abwechslungsreiche Postings, Vergleiche Buch/Film, Rätsel, Veranstaltungen, Vorträge. Was mich hier beeindruckt hat, waren die sofortigen Antworten und Nachfragen auf alle eingegangenen Bewertungen. Die Seite macht ebenfalls einen lebhaften Eindruck. Für uns Büchereimitarbeiter ist natürlich die Stadtbücherei Düsseldorf interessant, die innovative Projekte (nicht nur) im Netz laufen hat. Das #LibraryLab, das #blogsofa, die makerkids, die Rubrik „Ausgequetscht“, #dasnetzistkaputt etc. Düsseldorf mit 612000 Einwohnern bringt es auf 4300 Abonnenten, die Reaktionen der Bürger auf die Postings halten sich allerdings in Grenzen, die Bücherei pflegt jedoch ihre Kunden gut und reagiert unter anderem rasch auf Bewertungen. Die Stadt Münster hat rund 310000 Einwohner, die schöne Stadtbücherei Münster betreibt eine ziemlich aktive Facebookseite mit etwa 2400 Abonennten. neben den üblichen Veranstaltungshinweisen findet man witzige Postings, aktuelle Empfehlungen und Berichte. Auf Anregungen der Leser wird reagiert, die Seite wirkt lebendig. Bei der Stadtbibliothek Gütersloh spürt man irgendwie, dass da ein Großkonzern mit im Spiel ist, alles professionell und schick, aber bei 1100 Abonnenten (Gütersloh: 100000 Einwohner) so gut wie keine Reaktionen auf die Beiträge sprechen nicht so recht für eine Wahrnehmung der Bücherei und ihrer Facebookseite in der Öffentlichkeit, auch wenn die Bücherei aktiv versucht, mit den Menschen auch im Netz im Gespräch zu bleiben.

Welle

Mein Eindruck ist insgesamt der, dass es nötig ist, sich regelmäßig durch Postings ins Gedächtnis zu rufen und sich dabei der Geschwindigkeit des Netzes anzupassen, also mindestens einmal am Tag, wenn nicht öfter, etwas zu posten. Veranstaltungshinweise sind wichtig, alle Arten von Infos über Bücher oder Literaturtrends natürlich auch, Antworten auf Bewertungen oder Kommentare eine Selbstverständlichkeit, aber was die „Netzarbeit“ einer Bücherei besonders macht, ist die persönliche Note: kleine Begebenheiten oder Bilder aus dem Bibliotheksalltag, Witziges oder Anrührendes, das Reaktionen der Leser am Smartphone oder am PC auslöst und letztendlich eine Verbundenheit mit der Bücherei herbeiführt. Man darf nicht der Versuchung erliegen, damit zufrieden zu sein, nur um sich selbst zu kreisen und sich im Universum der Bibliotheken gegenseitig die Bälle zuzuwerfen und sich mit zwanzig Likes und drei Kommentaren der Mitarbeiter anderer Büchereien beruhigt auf die Schulter zu klopfen, weil man ja Reaktionen hatte. Als anfang ist das gut, man muss den Stein ins Wasser werfen, aber die Wellen müssen einfach nach und nach immer größere Kreise ziehen.

„Sie haben von der Reihe nur den 1. und 4. Band im Bestand – ist das Absicht?“
Natürlich – wollen Sie uns etwa eine willkürliche Ankaufspolitik unterstellen?

Eine alberne Phrase, innerhalb von 5 Stunden 203 Likes! (Büchereien Wien am 17.11.17)

 

Von Hausaufgaben…

Muss man in den Ferien Hausaufgaben machen? Eine Frage, die sich wahrscheinlich jeder während seiner Schulzeit mindestens einmal (oder mindestens einmal in jeden Ferien) gestellt hat. Ich habe Urlaub. Ach egal, das Schreiben des Blogs macht Spaß, also beantworte ich die Frage so: man „muss“ wahrscheinlich nicht, aber man „kann“, weil es nicht schwierig ist und Spaß macht. Halt! Nicht schwierig? Der Desktop-PC wird nächste Woche nicht erreichbar sein! Im Ferienhaus in Thüringen gibt es aber W-Lan. Funktioniert die Sache mit dem Blog auch auf dem Tablet? Ja, funktioniert genauso wie zu Hause am „großen“ Rechner, weil es ein Windows Surface ist. Hmm, könnte man vielleicht gleich auch mal in Instagram reinschauen und da Bilder aus dem Thüringer Wald hochladen? Nein, weil es ein Windows Surface Tablet ist und damit nicht kompatibel mit Instagram. Schafft das kleine, kompakte Smartphone, mit Instagram fertig zu werden? Uff, ja. Also ist es jetzt nicht nötig, auch noch auf den einschlägigen Seiten nach einem neuen, größeren, besseren Smartphone zu suchen!? Aber ein größeres, aktuelleres Modell wäre schon schön – und da ist ja auch das passende Sonderangebot! Gleicher Hersteller, gleiches Betriebssystem, nur viel schneller und übersichtlicher. Soll ich? Soll ich nicht?

So wird die einfache kleine Hausaufgabe komplizierter und komplizierter und – schwupp – hat man schon wieder 2 Stunden „verdaddelt“. Egal, ich habe ja Urlaub…

Ach und noch was. Da sollte doch ein Link rein. Voilà: NETzWorking Grundlagen