Vom Advent – Erwartung und Vorbereitung (2)

Im Advent wird bei uns gebacken. Eher traditionell, nach Großmutters Art, nicht unbedingt trendy und exotisch. Rezepte werden weitergegeben, jede Generation lässt vielleicht das eine oder andere außen vor und ergänzt durch neue Entdeckungen. Zimtsterne werden zum Beispiel durch Pezzetti di Nonno Pepe ersetzt, Makronen durch Haferflockenplätzchen. 20171211_211427Es gibt nur ein adventliches Backwerk, das unveränderlich jedes Jahr aufs Neue unseren Kaffeetisch in der Vorweihnachtszeit bereichert – der Dresdner Stollen. Bei meiner Oma, die die Entbehrungen zweier Weltkriege erlebt hat, eher etwas trocken und sparsam, bei meiner Mutter dagegen konsequent angebrannt (sie sagte immer, es würde an ihrem Herd liegen…). Da es kein überliefertes Familienrezept für den Christstollen gibt, habe ich mit dem Rezept aus meinem ersten Kochbuch begonnen, das hinsichtlich der Zutaten noch von völlig anderen Voraussetzungen ausging, vor ein paar Jahren das gleiche Rezept in modernerer Form entdeckt und beide sozusagen „zusammengeschmissen“.

20171210_171021Die Gewürze wie Muskatblüte und Kardamom lagern in einer fest verschlossenen Box, der Bestand wird jedes Jahr nach Bedarf aufgestockt, die Zutaten von Butter bis Rosine, von Mehl bis Mandelsplitter werden seit ein paar Jahren komplett in Bio-Qualität eingekauft, was man schon beim Auspacken merkt: das Zitronat und Orangeat duftet unglaublich nach Frucht und ist erheblich saftiger, als man es von konventioneller Ware kennt.

Vom Ansetzen des Vorteigs bis zum abschließenden großzügigen Bestreuen des mit zerlassener Butter eingepinselten noch heißen Stollens vergehen zwar gut und gerne vier bis fünf Stunden, doch was kann es Schöneres an einem verregneten oder verschneiten Adventssonntag geben, als geschmeidigen Hefeteig an den Händen zu spüren oder den Duft zu riechen, der von gemütlichen Winternachmittagen, Weihnachtsstimmung und Vorfreude kündet.

 

 

Vom Advent – Erwartung und Vorbereitung (1)

Wenn der Dezember und der Erste Advent näher rücken, ist es an der Zeit, Vorbereitungen zu treffen. Dazu gehört es natürlich, dass Plätzchen gebacken werden. Am meisten Spaß macht es natürlich, wenn man mit Kindern, am Besten den eigenen, die süßen, knusprigen Köstlichkeiten in den Ofen schiebt. Sind die eigenen Kinder schon zu groß, dürfen es auch die tatendurstigen Enkelinnen sein. Nachdem Lichterketten und leuchtende Sternenkugeln, Wichtel, Engelchen, Nikoläuse und Girlanden im und ums Haus verteilt wurden, geht es ans Teigkneten. Während der buttrige Mürbeteig im Kühlschrank ruht, werden Geschichten vorgelesen.

Gerade sind zwei Klassiker bei den Mädels hoch im Kurs: Pippi Langstrumpf und Paddington. Aus der Stadtbücherei haben wir uns noch das Grüffelokind und Mama Muh dazu geholt, genug Stoff, bis der Teig richtig kalt, die notwendigen Utensilien herbeigeholt und der Ofen vorgeheizt ist. Und dann geht’s los! Ein Drittel des Teigs ausgerollt, die Mädels in Startposition gebracht, Achtung, Fertig, Ausstechen! Da werden Sterne, Herzen, Glocken, Kreise und Hufeisen ausgestochen, Häschen, Eichhörnchen, Füchse, Elche, Mäuse, Kühe, Pferde, Hunde und Katzen, Einhörner und sogar Drachen, am Ende für die schmalen Randstücke bleiben noch die Fische. 20171129_17211820171129_172109Die Wunderwerke werden vorsichtig erst auf die Backbleche und dann in den Ofen befördert und rasch das zweite und dritte Drittel des Teigs ausgerollt. Als das letzte Fitzelchen Teig verarbeitet ist, sehen meine kleinen Bäckerinnen aus wie bunte Mehlwolken, die Küche ist ein Schlachtfeld, alle strahlen und die Plätzchen schmecken köstlich. Der Advent kann kommen!

Vom Informations(über?)fluss

Die Hinweise auf RSS-Feeds hatte ich schon einige Male gesehen, aber immer ignoriert mit der kleinen Stimme im Hinterkopf „Öhm, was ist das? Hmm, keine Ahnung, scheine ich nicht zu brauchen, übersehen, vergessen…“. Jetzt habe ich mich aktiv damit beschäftigt, eine genauere Erklärung der Funktion und der nötigen Werkzeuge auf einschlägigen Seiten gelesen und mit „Feedly“ einen gängigen Feedreader herunter geladen. Feedly Dann kam der nächste Punkt: mit was lasse ich mich füttern, welche Informationen sind für mich interessant, was habe ich für Optionen. Na gut, es gibt einige Bibliotheksfeeds, durch die ich nun beispielsweise erfahren habe, dass ich jetzt den Reisekostenzuschuss für den IFLA-Weltkongress in Kuala Lumpur beantragen soll. Die Nachrichten aus der Stadtbücherei Köln hatten mich schon auf anderen Wegen der Sozialen Netze erreicht, was die Fachstelle so bewegt, hatte ich auch schon gelesen. Nett ist der Feed der Library Mistress und der Lesewolke. Die Anzahl der Follower dieser Feeds ist mit 75 bis 236 doch eher überschaubar, die Anzahl der Feeds pro Woche auch.

 

So weit, so gut – es muss mehr geben! Also: Spiegel online versorgt die Netzwelt mit unglaublich vielen verschiedenen Feeds mit bis zu 95000 Abonnenten und 664 Feeds pro Woche. Hier habe ich mir „Kultur“ und „Leben und Lernen“ herausgesucht, die überschaubar und interessant sind. So interessant, dass ich nach dem Lesen eines Weihnachts-CD-Feeds gleich das ganze Haus mit Tarja Turunens gruselig-nebliger Version von „O Tannenbaum“ beschallt habe – phantastisch! „From Spirits and Ghosts“ ist auf jeden Fall ein Geschenk (nicht nur) für mein Töchterlein!

cover Tarja

Regional – aus Warendorfer Sicht – betrachtet boten mir erst einmal nur die WN (Westfälische Nachrichten) und die Warendorfer Polizei einen RSS-Feed an, okay, auch nicht uninteressant, heute schon die Zeitungsmeldungen von morgen zu lesen… Leider scheint sich das noch nicht herumgesprochen zu haben, denn 22 und 37 Follower wirken doch ein bisschen armselig.

Aus der Ecke des Klatsch-, Glamour-, Fußball-  und sonstigem Sensations“journalismus“ gibt es natürlich eine Flut von Quellen, die die Welt geradezu mit Feeds überschwemmen. Für mich tun es Zeitungen wie die Süddeutsche oder die Zeit , für den Spaß der Postillon , den man ja von Facebook oder Twitter kennt.

Mir hat sich da eine ganz spannende Seite der Informationsbeschaffung aufgetan, die ich erst einmal weiter beobachten werde. Feedly kann ich von jedem PC abrufen, es gibt auch eine App, die ich aber noch nicht ausprobiert habe – mein Handy bombadiert mich ohnehin seit Beginn unseres Kurses zum Amüsement meiner Familie mit „Kling!“, „Bimmel!“, „Tataa!“, „Bing! Brumm!“, mehr brauche ich da gerade nicht. feedlyseiteDie von mir besuchten Internetseiten werde ich nun auf das RSS-Symbol absuchen, heute bin ich so ganz spontan noch nicht fündig geworden. Für Büchereien halte ich RSS-Feeds für sinnvoll. Hinweise auf Neuanschaffungen, Schließtage, Veranstaltungen kommen den Lesern/Abonnenten unaufdringlich ins Haus, ein Link auf der Homepage, die ja doch viel häufiger als beispielsweise die Facebookseite besucht wird, würde sich wahrscheinlich lohnen. Von der Netvibes-Seite der Dubliner Büchereien war ich sehr beeindruckt, aber so umfassend und mit einer geradezu überwältigenden Menge an Links ausgestattet muss es ja für eine Kleinstadtbücherei nicht sofort sein.